Dachgeschosswohnung ohne Klimaanlage kühlen

In Dachgeschosswohnungen heizen Sonne und aufgeheizte Dachflächen die Räume schnell auf. Halten Sie tagsüber die Sonne draußen und lüften Sie erst, wenn die Außenluft kühler ist als die Raumluft. Ein Ventilator sorgt auf der Haut für ein kühleres Gefühl, senkt aber nicht die Raumtemperatur.

Sonne draußen halten

Schließen Sie Rollläden oder andere außenliegende Verschattungen, sobald Sonne auf Dachfenster oder andere Fenster trifft. Außenliegender Sonnenschutz hält die Sonnenwärme ab, bevor sie durch das Glas in den Raum gelangt. Das wirkt besser als ein Rollo oder Plissee auf der Innenseite.

Wenn außen kein Sonnenschutz vorhanden ist, helfen helle oder reflektierende Innenrollos als Kompromiss. Gardinen schützen vor Licht und Einblicken, halten die Wärme aber nicht zuverlässig draußen. Bei Fensterfolien sollten Sie die Hinweise des Herstellers beachten: Je nach Verglasung und Folie kann sich das Glas stark erhitzen und Schaden nehmen.

Lüften, wenn es draußen kühler ist

Öffnen Sie die Fenster abends, nachts oder am frühen Morgen, sobald die Außenluft kühler ist als die Luft in der Wohnung. Öffnen Sie sie möglichst weit. Gegenüberliegende Fenster schaffen Durchzug; auch Fenster auf verschiedenen Höhen können den Luftaustausch unterstützen. Schließen Sie die Fenster wieder, wenn es draußen wärmer wird.

Tagsüber bleiben Fenster möglichst geschlossen und der Sonnenschutz zu. Lüften Sie trotzdem kurz, wenn Feuchtigkeit oder verbrauchte Luft abgeführt werden müssen. Eine feste Uhrzeit oder Lüftungsdauer passt nicht für jede Wetterlage. An warmen, schwülen Nächten fällt die Abkühlung zudem geringer aus. Fliegengitter halten Insekten fern; achten Sie bei geöffneten Fenstern auch auf die Sicherheit der Wohnung.

Ventilator richtig nutzen

Richten Sie einen Ventilator auf den Bereich, in dem Sie sich aufhalten. Die bewegte Luft kühlt die Haut und macht die Hitze angenehmer, führt aber keine Wärme aus dem Raum ab. Deshalb bleiben Verschattung und Lüften wichtig.

Ein Rechenbeispiel der Verbraucherzentrale nennt für einen Ventilator mit 25 bis 50 Watt bei 900 Betriebsstunden im Jahr etwa 6 bis 10 Euro zusätzliche Stromkosten. Das entspricht zehn Stunden täglicher Nutzung an 90 Tagen. Der tatsächliche Betrag hängt vom Gerät und Ihrem Stromtarif ab. Laut Umweltbundesamt ist die Leistungsaufnahme eines Ventilators etwa 20- bis 50-mal niedriger als die eines Klimageräts. Die beiden Geräte erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Wärmequellen abschalten

Computer, Fernseher, Lampen und andere eingeschaltete Geräte geben Wärme an den Raum ab. Schalten Sie Geräte aus, wenn Sie sie nicht brauchen, und vermeiden Sie unnötigen Stand-by-Betrieb. Auch beim Kochen entsteht zusätzliche Wärme. Wenn möglich, verlegen Sie aufwendige Kochvorgänge auf kühlere Tageszeiten.

Hitzeschutz in der Mietwohnung

Innenliegende Rollos oder Plissees lassen sich oft ohne bauliche Änderungen anbringen. Für Markisen, Außenjalousien oder andere feste Installationen sollten Sie vorab die vermietende Person fragen. Außenliegender Sonnenschutz wirkt besser, kann aber eine Zustimmung und fachgerechte Montage erfordern.

Wenn Dachfenster oder Dachkonstruktion wenig Schutz vor Hitze bieten, lässt sich das meist nur durch Änderungen am Gebäude dauerhaft verbessern. Dämmung und ein luftdichtes Dach halten Wärme draußen. Undichte Fugen können Schwachstellen sein. Besprechen Sie solche Maßnahmen mit der vermietenden Person oder einer Energieberatung.

Kühlgeräte richtig einschätzen

Ein Ventilator bewegt die Raumluft. Ein Verdunstungsgerät kühlt sie, indem Wasser verdunstet. Laut Verbraucherzentrale Hamburg hält die Kühlung aber nur begrenzte Zeit an. Viele als Mini-Klimaanlagen beworbene Geräte sind ebenfalls Ventilatoren oder führen keine Wärme wirksam ab. Sie lassen die Luft höchstens direkt vor dem Gerät kühler wirken.

Ein Klimagerät führt Wärme nach draußen ab. Wenn ein mobiles Gerät Abluft aus dem Raum nach draußen leitet, strömt zugleich warme Außenluft hinein. Wenn Sie ohne Klimaanlage kühlen möchten, bringen Verschattung und gezieltes Lüften daher meist mehr als ein vermeintliches Mini-Kühlgerät.