Bei einem diagnostizierten Lymphödem können Sie die Behandlung zu Hause unterstützen. Dabei staut sich Lymphflüssigkeit im Gewebe und verursacht eine anhaltende Schwellung. Geschulte Fachleute behandeln das Lymphödem mit manueller Lymphdrainage. Für die Behandlung setzen sie sanfte, gezielte Griffe ein.
Für manche Betroffene kommt eine vereinfachte Selbst-Lymphdrainage infrage. Fachleute sollten sie individuell zeigen und überprüfen. Bei einer neuen oder ungeklärten Schwellung lassen Sie zuerst ärztlich klären, wodurch sie entsteht. Massieren Sie die Stelle nicht und legen Sie keine Kompression an.
Was Fachkräfte bei Lymphdrainage übernehmen
Die medizinische manuelle Lymphdrainage ist keine gewöhnliche Massage. Fachkräfte stimmen sanfte, rhythmische Griffe auf die Untersuchungsergebnisse und die betroffene Körperregion ab. Kräftiges Kneten oder eine Wellnessmassage ersetzt diese Behandlung nicht.
Auch Diagnose und Therapieplanung gehören in fachliche Hände. Das gilt ebenso für das Anlegen und Anpassen medizinischer Kompressionsbandagen. Kompressionsgeräte sollten nur nach ärztlicher Einschätzung und mit passender Anleitung eingesetzt werden. Herzschwäche, eine akute tiefe Beinvenenthrombose oder eine schwere akute Wundrose können gegen eine Entstauungsbehandlung sprechen. Laien können solche Gegenanzeigen nicht sicher selbst beurteilen.
Lymphödem zu Hause unterstützen
Bei Bewegung arbeiten die Muskeln und unterstützen so den Lymphtransport. Machen Sie die Übungen und Atembewegungen weiter, die Ihre Physiotherapeutin oder Ihr Physiotherapeut mit Ihnen abgestimmt hat. Welche Bewegungen passen, hängt unter anderem von der betroffenen Körperregion und Ihren Beschwerden ab.
Pflegen Sie Ihre Haut regelmäßig. Kontrollieren Sie sie auf kleine Verletzungen und auffällige Veränderungen. Bei trockener Haut kann eine rückfettende Pflege Teil der Behandlung sein. Wenn Sie Kompressionsmaterial tragen, achten Sie darauf, dass das Pflegeprodukt dafür geeignet ist. Bei einer Verletzung oder einer neuen Hautveränderung holen Sie ärztlichen Rat ein.
Tragen Sie angepasste Kompressionsstrümpfe so, wie es Ihnen verordnet wurde. Lassen Sie Passform und Tragezeit fachlich prüfen, wenn der Strumpf einschneidet, Falten wirft oder Beschwerden verursacht. Medizinische Bandagen sollten Sie nicht selbst nach einer allgemeinen Anleitung wickeln, weil Material und Wickeltechnik zu den Untersuchungsergebnissen passen müssen.
Hochlagern kann bei einem Arm- oder Beinlymphödem helfen. Auch bequeme Kleidung, die nicht einschnürt, und regelmäßige Bewegung helfen im Alltag. Vermeiden Sie langes, starres Sitzen oder Stehen. Diese Maßnahmen ersetzen weder eine Diagnose noch die verordnete Behandlung.
Selbst-Lymphdrainage lernen
Eine vereinfachte Selbst-Lymphdrainage kann für manche Menschen Teil der Erhaltungstherapie sein. Lassen Sie sich die für Sie passende Technik von einer Lymphödem-Fachkraft zeigen und bei Bedarf kontrollieren. Die Handgriffe hängen von der betroffenen Körperregion und dem individuellen Behandlungsplan ab.
Übernehmen Sie keine Massagefolge aus einem Video, ohne sie mit einer Fachkraft abzustimmen; Selbst-Lymphdrainage unterscheidet sich von einer vollständigen medizinischen Lymphdrainage. Die Studienlage zu Selbsttechniken ist begrenzt; Untersuchungen kombinieren sie häufig mit Kompression oder anderen Maßnahmen. Daher lässt sich daraus kein verlässlicher Effekt einer alleinigen Selbstmassage für alle Betroffenen ableiten.
Wann Sie die Selbstbehandlung pausieren sollten
Bei einer neuen, ungeklärten oder rasch zunehmenden Schwellung lassen Sie die Ursache ärztlich abklären, bevor Sie massieren oder Kompression anwenden. Dasselbe gilt, wenn sich Ihre Beschwerden deutlich verändern oder eine laufende Behandlung angepasst werden muss.
Wird die Haut rot und warm, nehmen Schwellung oder Schmerzen zu oder kommen Fieber, Schüttelfrost oder ein deutliches Krankheitsgefühl hinzu, beenden Sie die Selbstbehandlung und holen Sie rasch medizinischen Rat ein. Diese Zeichen können auf eine Infektion hinweisen. Bei starker Atemnot oder starken Brustschmerzen wählen Sie den Notruf.
